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23.11.2016

Vogelgrippe im Landkreis Landshut

Landratsamt erlässt Allgemeinverfügung mit Stallpflicht

Seit 19. November 2016 gilt in Stadt und Landkreis Landshut eine Allgemeinverfügung für Geflügelhalter, die unter anderem eine Stallpflicht vorsieht und Haus- und gewerblich gehaltenes Geflügel vor der Vogelgrippe schützen soll. Damit soll verhindert werden, dass die Vogelgrippe von Wildtieren auf Haus- und Nutztiere übergeht. Nach derzeitigem Kenntnisstand besteht jedoch für die menschliche Gesundheit durch diesen Subtyp der Vogelgrippe keine Gefahr.

Bei einem verendeten Schwan, der im Gemeindebereich Niederaichbach aufgefunden wurde, hat sich der Verdacht auf eine Erkrankung am H5N8-Virus bestätigt. Weitere Fälle sind in der Region Landshut bisher nicht aufgetreten. Das Veterinäramt am Landratsamt Landshut gibt nun einige ergänzende Hinweise für Geflügelhalter.

Vom sogenannten „Aufstallungsgebot“, also der Stallpflicht, sind sowohl gewerbsmäßige Geflügelhalten als auch Züchter und Privatpersonen betroffen. Zu den gefährdeten Geflügelarten zählen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasanen, Laufvögel, Wachteln, Enten, Gänse und auch Ziergeflügel. Nicht betroffen sind Greifvögel, Tauben, Papageien, Sittiche und viele weitere Sing- und Ziervögel wie beispielsweise Kanarienvögel oder Finken.

Zur Umsetzung der Stallpflicht kann Geflügel in festen Stallgebäuden oder in Volieren untergebracht werden. Die Voliere muss mit einer dichten Abdeckung nach oben ausgestattet sein. Dies kann beispielsweise eine Plane, ein Wellblechdach oder Bauplastik sein. Die Seitenflächen der Volieren müssen Schutz vor Wildvögeln bieten.

Nach der Allgemeinverfügung des Landratsamts müssen alle privaten und gewerblichen Tierhalter, die im Landkreis Landshut Geflügel halten, ihre Tiere „aufstallen“. Diese sogenannte „Aufstallung“ erfolgt in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss.

Neben dieser Stallpflicht gelten für alle Geflügelhalter bestimmte Verhaltensregeln, die das Einschleppen der Vogelgrippe in den eigenen Tierbestand verhindern sollen. So sind die Eingänge zu den Geflügelhaltungen mit geeigneten Einrichtungen zur Schuhdesinfektion, wie beispielsweise Desinfektionswannen oder –matten zu versehen. Der Zukauf von Geflügel über Geflügelmärkte, Geflügelbörsen oder mobile Geflügelhändler ist verboten. Gehaltene Vögel, die zur Aufstockung des Wildvogelbestandes wieder in die Natur freigelassen werden sollen, dürfen nicht freigelassen werden.

Die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels dürfen von betriebs-fremden Personen nur mit betriebseigenen Schutz- oder Einwegkleidung betreten werden. Die verwendete Schutz- oder Einwegkleidung ist nach Verlassen des Stalles unverzüglich abzulegen, zu reinigen und zu desinfizieren. Einwegkleidung ist nach Gebrauch unverzüglich unschädlich zu beseitigen. Nach jeder Einstallung oder Ausstallung von Geflügel sind die dazu eingesetzten Gerätschaften zu reinigen und zu desinfizieren und nach jeder Ausstallung sind die freigewordenen Ställe einschließlich der dort vorhandenen Einrichtungen und Gegenstände zu reinigen und zu desinfizieren.

Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel oder sonstige Materialien, die Träger des hochpathogenen aviären Influenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung nach näherer Anweisung des Landratsamtes Landshut zu reinigen und zu desinfizieren.

Zudem sind Geflügelbörsen und Geflügelmärkte sowie Veranstaltungen anderer Art, bei denen Geflügel verkauft oder zur Schau gestellt wird, im Landkreis Landshut verboten.

Die Allgemeinverfügung vom 18.11.2016 wurde dem neuen Sachstand angepasst und wird durch die neue Allgemeinverfügung vom 01.12.2016 ergänzt. Diese ist im Amtsblatt Nr. 46 veröffentlicht. Die Allgemeinverfügung gilt so lange, bis eine Gefährdung von Haus- und Nutzgeflügelbeständen durch infizierte Wildvögel ausgeschlossen werden kann.

Linksammlung mit Informationen über die Vogelgrippe >>>
Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest in Kleinhaltungen - Merkblatt >>>


(Markus Mühlbauer, Pressestelle Landkreis Landshut)